Learning by doing: 16 Jahre Gewässeruntersuchung
Seit 16 (!) Jahren untersuchen die 8. Jahrgänge der Schule Hegholt im Rahmen des Projektunterrichts die „Hausgewässer“ Osterbek und Seebek. Damit liegen Vergleichsdaten zur Gewässergüte über einen Zeitraum vor, mit dem wenige wissenschaftliche Längsschnittuntersuchungen aufwarten können.
Die Schüler lernen, mit den Untersuchungskoffern des ZSU (verlinken) die Gewässerqualität des kleinen Fließgewässers zu bestimmen und zwar vom Ursprung am Stölpchensee in Farmsen bis hin zur Mündung in die Alster zwischen Winterhude und Uhlenhorst.
Bevor die eigentliche Untersuchungsarbeit in Gruppen erfolgt, „erfahren“ alle Schüler das gesamte Gewässer mit Fahrrädern. Dabei stoßen sie unweigerlich auf die Stadtgeschichte im ehemaligen Industrie- und Arbeiterviertel Barmbek, für dessen Erschließung und Versorgung der Unterlauf des Flüsschens im 19. Jahrhundert kanalisiert wurde. Folgen der Renaturierungsmaßnahmen werden auf der Suche nach Leitorganismen ebenso unmittelbar erlebt, wie die Folgen menschlicher Eingriffe in früheren Epochen Bei der biologischen Untersuchung fällt die Artenfülle an diesen bevorzugten Stellen auch dem Ungeübten sofort ins Auge – einmal ganz abgesehen vom angenehmen Anblick einer naturnahen Gestaltung im städtischen Raum. Die chemische Untersuchung liefert dagegen exakte Daten über z.B. Sauerstoffreichtum, Belastung mit Nitrat und organischen Stoffen als Grundlagen für Flora und Fauna. Nicht nur das vernetzte biologische Denken, sondern auch die Bereitschaft sich für den Schutz und die Weiterentwicklung der Renaturierung einzusetzen, wächst bei vielen Schülern, wenn sie das Gewässer so intensiv erfahren. Dass die Artenkenntnis bei Stadtkindern gefördert wird, versteht sich von selbst. Kein herkömmlicher Biologie- und Chemieunterricht wäre in der Lage, diese Intensität des Lernprozesses zu übertreffen, insbesondere im Hinblick auf die Nachhaltigkeit des Gelernten.
Heute können wir mit Freude feststellen, dass die Gewässergüte sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf die Gewässergüte 2 (mäßig belastet) verbessert hat.








